Sommerakademie
Begleitprogramm zur Ausstellung
„Zur Zukunft gehört die Erinnerung. Die Bibel in den beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts“
im Museum der Burg Schönfels
3. Juni, 19.00 Uhr
„Als aus Konsum Konsum wurde – Zwickau 1989/1990"
Vortrag: Petra Papenfuß (MA)
Der Vortrag resultiert aus den Untersuchungen zur friedlichen Revolution 1989/90 in Zwickau, die Petra Papenfuß im Auftrag des Stadtarchivs auf der Grundlage der Überlieferung in Akten der Stadtverwaltung, in der Presse und von Erinnerungsberichten Zwickauer Bürger zu jener Zeit vornahm.
Inhaltliche Schwerpunkte sind u. a. die Friedensgebete im Herbst 1989, die Reaktion der SED in Zwickau auf die revolutionären Ereignisse, der Runde Tisch, Konsequenzen der gesellschaftlichen Veränderungen seit Frühjahr 1990 im Bereich der Wirtschaft, z. B. Arbeitsplatzabbau und Firmenschließungen, in den Bereichen der Kultur und der Bildung usw., Einkaufstourismus, Währungsunion oder neue Handelsstrukturen und nicht zuletzt die Frage: Wie begingen die Zwickauer den 3. Oktober 1990?
Untermalt wird der Vortrag von Bild-, Ton- und Filmdokumenten aus jener Zeit.
10. Juni, 19.00 Uhr
„Von oben wächst nichts. Zwanzig Jahre friedliche Revolution. Erinnern für die Zukunft“
Gespräch: Costanze John, Georg Meusel, Thomas Kirsche
Unter der künstlerischen Leitung der Leipziger Schriftstellerin Constanze John und des Hörspielmachers Thomas Kirsche, beide mit der Region verbunden, entstand ein Feature, ein Hörstück, das literarische Arbeiten, verbindet – mit den Aussagen von zehn Zeitzeugen, verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft und Berufes. So entstand ein nicht nur kunstvolles sondern auch streitbares Stück Zeitgeschichte.
An diesem Abend lädt Constanze John zum Gespräch über das Hörstück „Von oben wächst nichts“ und zu unseren Erfahrungen mit der künstlerischen Verarbeitung gelebter Geschichte.
Gäste sind Georg Meusel, Vorsitzender des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau und Thomas Kirsche, Hörspielmacher, Leipzig.
Das Projekt ist eine Initiative der Sächsischen Staatsregierung und Alter Gasometer e.V. in Zwickau, gefördert aus Mitteln des Freistaates Sachsen.
17. Juni, 19.00 Uhr
"Die Kirchen in der DDR und ihre Bearbeitung durch den Staatsapparat der DDR am Beispiel des Zwickauer Modells"
Vortrag: Stefanie Dreyer
In diesem Jahr hat Frau Stefanie Dreyer an der Universität Bamberg ihre Abschlussarbeit mit dem Thema "Die Kirchen in der DDR und ihre Bearbeitung durch den Staatsapparat der DDR am Beispiel des Zwickauer Modells" angefertigt. Sie hat anhand der Akten herausgearbeitet, dass die SED und Stasi in Zwickau eine neue Methode der Kirchenbearbeitung entwickelt und auch erfolgreich ausprobiert hat. Die eigenen Kirchenleute wurde so von den DDR-Machthabern geführt, dass sie gegen die Bewegung des Konziliaren Prozesses und die Abendgottesdienste am Dom vorgingen. Dieses Zwickauer Modell sollte im Herbst 1989 DDR-weit in Anwendung kommen. Aber es kam die friedliche Revolution.