Dekanatstag in Zwickau

Zum Dekanatstag der katholischen Kirche am 6. Juli 2003 sollten die Teilnehmer durch die Bibelausstellung geführt werden. Dazu hat sich der Arbeitskreis bereit erklärt, als noch die Planungen liefen, dass der Dom im Jahr der Bibel die Ausstellung aufnehmen wird. Dann entschied sich der Kirchenvorstand anders. Erst über die Presse wurde die Arbeitsgruppe informiert, dass die Ausstellung nicht in dieses Gebäude kommen darf. Kurz vor dem Dekanatstag rief Pater Felix an, dass die Führung durch die Bibelausstellung fest in dem Programm des Dekanatstages, an dem auch der Bischof teilnahm, eingeplant sei. So musste eine Ersatzlösung gefunden werden, da sich die Ausstellung in Gößweinstein befand. So entstand kurzfristig eine Power-Point-Präsentation, damit die Zuhörer etwas von der Ausstellung sehen und begreifen konnten und die gezeigten Exponate nicht nur "Wandzeitungscharakter" haben. In der Freien Presse stand am 5./6. Juni 2003:

Es wurden einige Orte gezeigt, an denen verschiedene Motive der Bibelausstellung zu sehen war, damit der Betrachter einen kleinen Eindruch von der Ausstellung erhalten sollte.

Der Bildhauer Johannes Feige aus Glauchau hat Themen der Bibel umgesetzt

Die kleinste Bibel kann
nur im Mikroskop betrachtet werden.
Auf einer Fläche von 27 x 30 Millimetern stehen 1245 Seiten.
Dafür ist extra eine Vitrine für ein Mikroskop angefertigt worden

An einer anderen Vitrine kann jeder testen,
ob er die Blindenschrift lesen kann.
Für die Kinder war der Computer mit der Multimediabibel
der Renner

Im Rathaus Reichenbach

Gerichtpräsident Jürgen Kränzlein
mit Kantor Georg Schäffner im Gespräch
zur Vernissage in Gößweinstein

Franziskanerpater Eugen Wetzel
und Gerichtpräsident Jürgen Kränzlein

Die große Schauvitrine in Reichenbach

Schülerinnen vor einer Vitrine auf der Burg
Schönfels.
Im Hintergrund sind Grafiken
von dem Zwickauer Künstler Christian Siegel


An den Holzteilen kann erklärt
werden, dass die Bibel ein Buch
aus vielen Büchern ist
Der Arbeitskreis wollte eine Thora als Teil der Bibel dokumentieren. Dr. Mahnke wusste von der Existenz der "Judenbibel" in seiner Ratsschulbibliothek. Als Leihgabe konnte ein Stück der verletzten Thora auf die Burg Schönfels gebracht werden. Am 22. Juni 2003 wurde dann die Thora in einem festlichen Akt der jüdischen Gemeinde Chemnitz durch den Oberbürgermeister Vettermann übergeben.

Dr. Lutz Mahnke vor der
17 m langen Zwickauer Thora, die den
Holocaust überlebte
Bibeln stehen
in sehr vielen Bücherregalen.
Sie werden nicht gelesen und verstauben.
"Lebende" Bibeln verändern die Welt und
von ihnen kann jeder lernen.
So wurden einige "lebende" Bibeln dokumentiert, die in die Geschichte eingegangen sind. An diese Menschen erinnert die Ausstellung.
Michael Henne war wie ein evangelischer Pfarrer. Als die Pfarrer in der Sowjetunion beseitigt waren, übernahm er als Laie die Verantwortung für die dort lebenden deutschsprachigen Christen. Er sammelte die Gemeinde in seiner Wohnung und hielt Gottesdienste. Er taufte und teilte das Abendmahl aus. Bibeln und Gesangbücher wurden abgeschrieben. Verstorbene wurden christlich bestattet. Er musste die Grausamkeiten der kommunistischen Diktatur in der Sowjetunion erleiden.

Michael Henne geb. 1903 Rostow/Don
10 Jahre Sibirien
Vertreibung nach Kasachstan
Bibeln und Gesangbücher abgeschrieben
christliche Gemeinde in Wohnung versammelt
1983 nach Zwickau umgesiedelt

In einem Schreibheft wurden Teile der Bibel
und auch Gesangbuchverse mit der Hand abgeschrieben.
Die zehn Gebote
Kirchenkampf in den 50er Jahren

Erich Schumann mit seiner Ehefrau aus Zwickau
Aus dem Leben von
Erich Schumann
1899 in Radebeul geboren, erlernter Beruf: Kaufmann
1924-1939 Generalsekretär des CVJM in Zwickau
1939 Aufnahme in die Herrnhuter Brüdergemeine
1943 in Zwickau zum Diakonus der Brüdergemeine ordiniert
1945-1952 Prediger in Zwickau und Reisepfarrer der Brüdergemeine
1952 Verhaftung am 5. Dezember während einer Evangelisation in Schrebitz b.
Döbeln
1953 Verurteilung am 23. Januar zu sechs Jahren Zuchthaus wegen Boykotthetze.
Die Verhandlung im 1. Strafsenat des Bezirksgerichtes Chemnitz verlief
unter starker Anteilnahme der Werktätigen. Er wurde ins Zuchthaus Schloss "Osterstein"
verbracht. In einer Pressekampagne wurde Schumann als "amerikanischer Rattenfänger"
bezeichnet, der mit "Lügen und Greuelmärchen" die Hirne der Jugendlichen vergiftet.
Schüler mussten Aufsätze schreiben: "Der Fall Schumann", "Meine Stellung zum
Fall Schumann", "Meine Mitarbeit in der sogenannten Jungen Gemeinde". Jugendliche
wurden zum Kirchenaustritt genötigt. Die Brüdergemeine und die Landeskirche verfaßten
eine gemeinsame Kanzelabkündigung und standen hinter ihrem Pfarrer.
Durch den "Neuen Kurs" wurde Schumann nach sechs Monaten aus dem Zuchthaus "Osterstein"
entlassen und wurde nach seiner Freilassung zum Dienst als Volksmissionar in
der evangelischen Landeskirche beurlaubt. Er wurde später als Pfarrer
in Quenstedt bei Halberstadt berufen.
1964 Ruhestand
1987 in Kleinwelka verstorben

Mönche (Franziskaner) haben seit der Christianisierung das religiöse Leben der Region geprägt und verändert. Während der Reformation wurde die gesamte Region evangelisch. Seit 1991 verändern erneut Mönche (Oblaten) die religiöse Landschaft und setzten biblische Akzente.
Vor dem katholischen Peter-Breuer-Gymnasium in Zwickau
Ausstellungen und Andachten haben
Gemeinsamkeiten:
- da wird etwas angedacht, bedacht und ausgelöst
- da wird nachgedacht, angeregt und in Gang gesetzt
- da wird der Blick geschärft, Bestehendes hinterfragt und Kritik geübt
- da werden Ideen ausgesprochen, Impulse gegeben und Perspektiven aufgezeigt
Andachten und Ausstellungen wollen etwas anstoßen und anregen. Sie sind nicht auf Kopfnicken angelegt. Andachten und Ausstellungen sind anstößig, denn sie wollen Menschen mit Gottes Wort verändern.